Free‑Monday
Repository · Vollständiges Archiv 58 Predigten
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Alle Predigten, alle Audits
29. November 2026 · Markus 13, 24–37

Jedem seine Vollmacht: Der Türhüter schläft nicht

Die kosmischen Fixsterne fallen — und mitten in der apokalyptischen Rede steht ein nüchterner Satz: Der Herr gab »jedem seine Arbeit«. Keine zentrale Steuerung, verteilte Verantwortung. Wachsam heißt: deinen Posten kennen.

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22. November 2026 · Matthäus 25, 31–46

Im Geringsten begegnet

Beim Weltgericht sind beide Seiten überrascht — keiner wusste, wem er begegnete. Genau darin liegt der Riss: Kaum weißt du, dass im Hungrigen der König sitzt, wird Zuwendung zum Kalkül. Eine Predigt, die sich beim Sortieren selbst ertappt und am Ende offen lässt, wer da eigentlich richtet.

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15. November 2026 · Matthäus 25, 14–30

Das vergrabene Talent

Ein Mann vergräbt aus Angst, was ihm anvertraut wurde — und wird nicht für Verlust getadelt, sondern für das Nicht-Wagen. Die Geschichte fragt: vor wem eigentlich willst du sicher sein? Und entlarvt den strengen Herrn als selbstgebauten Aufseher, dem man durch Selbst-Verkleinerung gehorcht.

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8. November 2026 · Matthäus 25, 1–13

Kluge Jungfrauen teilen nicht

Zehn warten, alle schlafen ein, und um Mitternacht fehlt der Hälfte das Öl. Das schroffe „Nein, kauft selbst“ klingt lieblos — ist aber die Verweigerung der Bevormundung: Es gibt ein Gut, das eigene Ja, das keiner für dich brennen kann. Die verschlossene Tür bleibt am Ende offen als Frage, nicht als Drohung.

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1. November 2026 · Matthäus 23, 1–12

Tut nicht, was sie tun

Jesus zeigt auf die Ehrenwerten mit den Titeln und trennt zuerst die Botschaft vom Boten: folgt dem wahren Satz, nicht dem Kragen. Dann kappt er die Leiter selbst — nennt keinen Meister, keinen Vater, ihr seid alle Geschwister. Nicht bessere Leute nach oben, sondern kein Oben mehr.

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25. Oktober 2026 · Matthäus 22, 34–46

Das größte Gebot macht frei

Ein Gesetzeskundiger will Jesus mit der Frage nach dem größten Gebot fangen. Doch statt einen Paragraphen über die anderen zu stellen, hängt Jesus das ganze Gesetz an die Liebe — und entzieht damit den Prüfern das Werkzeug. Wer Liebe nicht verwalten kann, kann die Menschen nicht mehr an ihr messen.

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18. Oktober 2026 · Matthaeus 22, 15-22

Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist

Eine perfekt gebaute Fangfrage nach der Steuer soll Jesus zwischen Rom und den Frommen zerreiben. Er dreht sie um: Der fromme Frager traegt die kaiserliche Muenze laengst bei sich. Der beruehmte Satz ist keine Aufteilung, sondern eine Grenzziehung - die Muenze traegt des Kaisers Bild, du aber traegst ein anderes. Wessen Bild traegst du?

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11. Oktober 2026 · Matthaeus 22, 1-14

Geladen von den Strassen

Die geladenen Gaeste sagen nicht dramatisch ab, sondern hoeflich - sie haben zu tun. Also holt der Koenig die von den Strassen, ungeprueft, Boese und Gute. Die Rangordnung kippt: Wer sich sicher war, ist draussen; wer nie damit rechnete, sitzt am Tisch. Ein Fest, das immer schon auf die Falschen gewartet hat.

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4. Oktober 2026 · Matthaeus 21, 33-46

Die Winzer verweigern die Abgabe

Paechter halten einen Weinberg fuer ihr Eigentum, den sie nie gepflanzt haben, und toeten am Ende den Sohn des Besitzers - aus reiner Buchhaltung. Die Geschichte handelt von der Leichtigkeit, mit der Verwalter sich aneignen, was ihnen nur anvertraut war: Tempel, Amt, Zugang zu Gott. Ein Ruf, die Faust zu oeffnen, bevor jemand sie oeffnen muss.

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27. September 2026 · Matthaeus 21, 23-32

Mit welcher Vollmacht - der Stempel und der leere Weinberg

Die erste Frage der Maechtigen ist nie „ist es wahr“, sondern „wer hat dich befugt“. Statt eine Urkunde zu zuecken, erzaehlt der Meister von zwei Soehnen: der eine sagt Nein und geht doch, der andere sagt Ja und geht nicht. Eine Geschichte darueber, dass Vollmacht sich am gefuellten Weinberg zeigt, nicht am Stempel - und dass das perfekte Ja der Aemter oft ein leeres Feld verdeckt.

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20. September 2026 · Matthaeus 20, 1-16

Gleicher Lohn - und die Ersten sind empoert

Am Morgen ist ein Denar ein fairer, guter Lohn. Am Abend, als die Letzten dasselbe bekommen, ist derselbe Denar eine Beleidigung. Eine Geschichte darueber, dass nicht der Mangel kraenkt, sondern der Vergleich - und dass der Erste nicht mehr Lohn will, sondern seine Rangordnung zurueck.

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13. September 2026 · Matthaeus 18, 21-35

Siebzigmal sieben - vergeben ohne Kontobuch

Petrus will wissen, wo die Grenze des Vergebens liegt - denn hinter der Grenze faengt die Macht an, im Recht Nein zu sagen. Der Meister schafft nicht die hoehere Zahl, sondern das Zaehlen ab. Eine Geschichte darueber, dass das Kontobuch wegzuwerfen keine Selbstaufgabe ist, sondern die Rueckgabe der eigenen Wuerde.

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6. September 2026 · Matthäus 18, 15–20

Streit auf Augenhöhe klären

Statt den Konflikt nach oben zu delegieren, beginnt der Weg unten: 'zwischen dir und ihm allein', ohne Amt, ohne Tribunal. Die Eskalationsstufen dienen der Fairness, nicht der Übermacht, und das Präsenzwort 'wo zwei oder drei' steht mitten im Streit. Eine Gemeinde ohne Chef – und der schwerste Schritt ist der direkte.

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30. August 2026 · Matthäus 16, 21–28

Wer nachfolgt, verliert die Sicherheit

Der 'Fels' von letzter Woche wird zum 'Satan', weil er den leidfreien Weg fordert – die Sicherheit selbst wird zur Versuchung. Das Wort vom Verlieren des Lebens ist keine Todesmystik, sondern eine Rechnung gegen das ängstliche Festhalten. Eine Predigt, die zugibt, dass sie selbst am sicheren Leben klebt, und offen endet.

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23. August 2026 · Matthäus 16, 13–20

Für wen haltet ihr mich?

An einem Ort voller fremder Götter dreht Jesus die bequeme Umfrage in die unbequeme Einzelfrage: nicht was 'man' sagt, sondern was du sagst. Und kaum ist die eigene Antwort da, verbietet er, sie zur Parole zu machen. Ein Bekenntnis lässt sich nicht delegieren – so wenig wie das Atmen.

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16. August 2026 · Matthäus 15, 21–28

Die fremde Frau widerspricht

Eine Kanaanäerin — falsches Volk, falsches Geschlecht, falscher Ort — wird zuerst mit Schweigen und einer harten Grenze abgewiesen. Doch sie unterwirft sich nicht, sie widerspricht: »ja, Herr, aber«. Und am Ende ändert nicht sie sich, sondern er. Ihr zähes Aber, nicht das gehorsame Ja, nennt der Text »Glauben«.

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9. August 2026 · Matthäus 14, 22–33

Aufs Wasser, trotz Angst

Petrus fordert selbst den Ruf heraus und steigt aus dem Boot — Mündigkeit, die sich das Wagnis nimmt, statt drin getröstet zu werden. Er sinkt, wird gehalten, und hört doch ein »warum hast du gezweifelt?«. Zwischen der haltenden Hand und der nachbohrenden Frage bleibt diese Predigt bewusst stehen.

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2. August 2026 · Matthäus 14, 13–21

Brot für alle, ohne Einlass

Fünf Brote, zwei Fische, fünftausend Hungrige — und die Jünger wollen die Menge nur loswerden. Jesus dreht die Rechnung um: kein Wegschicken, kein Einlass, keine Prüfung. »Gebt ihr ihnen zu essen« — und das Brot geht durch ihre Hände.

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26. Juli 2026 · Matthäus 13, 31–33.44–52

Kleiner Sauerteig, große Wirkung

Senfkorn, Sauerteig, Schatz, Perle, Netz: Das Reich kommt nicht von oben und durchgesetzt, sondern durchsäuert unscheinbar von unten und entzieht sich jeder Zentrale. Eine Predigt gegen die Sehnsucht, das Gute auszurollen und zu verwalten — und für das Einrühren und Loslassen.

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19. Juli 2026 · Matthäus 13, 24–30.36–43

Unkraut nicht vorschnell ausreißen

Die Knechte wollen das Unkraut sofort ausjäten — und werden gestoppt. Mitten im Gleichnis steht ein Verbot des Aussortierens, genau da, wo es am gerechtesten scheint. Eine Predigt über die Anmaßung, jetzt schon Reine von Unreinen zu trennen, und über den frommen Trick, das Endgericht still zum eigenen Trost umzubauen.

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12. Juli 2026 · Matthäus 13, 1–9.18–23

Saat, die nicht verwaltet wird

Der Sämann wirft sein Korn ungefiltert auf jeden Boden — Weg, Fels, Dornen, gute Erde. Im Gleichnis fehlt der Türsteher, der sonst über den Zugang zum Wort wacht. Eine Predigt gegen den verinnerlichten Kontrolleur, der uns fragen lässt, ob wir würdig sind zu hören.

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5. Juli 2026 · Matthäus 11, 16–19.25–30

Den Unmündigen offenbart

Kinder auf dem Marktplatz, die nie tanzen und nie weinen, sondern nur bewerten, ob getanzt werden darf. »Unmündig« heißt hier nicht dumm, sondern positionslos – einer, den die Musik erreicht, bevor die Kategorie sie abfängt. Eine Predigt gegen die Deutungshoheit, die kein Denkverbot ist, sondern die Einladung, das Klemmbrett wegzulegen.

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28. Juni 2026 · Matthäus 10, 40–42

Ein Becher Wasser genügt

Nicht Wein, nicht Brot – ein Becher kaltes Wasser für einen Durstigen an der Straße. Der Text kippt die Waage der großen Verdienste: gerade weil die Geste zu klein ist für jede Bilanz, ist die Tür zum Guten unbewacht. Eine Predigt gegen die Ökonomie der sichtbaren Taten.

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21. Juni 2026 · Matthäus 10, 24–39

Fürchtet die nicht, die nur den Leib töten

Es gibt zwei Ängste – und nur eine davon soll bleiben. Der Text zieht mitten in der Konferenz eine Grenze: Über deinen Leib mögen die Mächtigen verfügen, über deine innere Zustimmung nicht. Eine Predigt über die Sekunde vor dem Satz, den du sonst schluckst.

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14. Juni 2026 · Matthäus 9, 35 – 10, 8

Arbeiter ohne Vorrechte, gesandt

Statt alle Not auf sich zu ziehen, verteilt Jesus seine Vollmacht an zwölf Durchschnittliche – ohne Würdigkeitsprüfung, den Verräter eingeschlossen. Eine Predigt darüber, dass Macht hier geteilt statt gebündelt wird und du selbst die Antwort auf dein Gebet um Arbeiter bist.

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7. Juni 2026 · Matthäus 9, 9–13.18–26

Mit den Falschen zu Tisch

Jesus beruft einen Zöllner und setzt sich mit den „Falschen“ zu Tisch, während die Frommen am Rand die Grenzfrage stellen. Eine Predigt darüber, dass Reinheit ein Zugangsregime ist – und der offene Tisch die Türsteher entmachtet, die entscheiden, wer dazugehört.

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31. Mai 2026 · Matthäus 28, 16–20

Gesandt – trotz Zweifel

Auf dem Berg in Galiläa zweifeln einige der Elf – und werden trotzdem gesandt. Eine Predigt darüber, dass Vollmacht in zitternde Hände gelegt wird und der Zweifel kein Makel des Auftrags ist, sondern der Beweis, dass da einer geht statt bloss zu gehorchen.

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17. Mai 2026 · Johannes 17, 1–11

Füreinander, nicht über einander

»Dass sie eins seien« – vier Worte, mit denen Ketzer verbrannt und Andersdenkende ausgesperrt wurden. Aber der Vergleich, der danebensteht, sprengt die Kommandolesart: eins wie zwei, die einander zugewandt sind, keiner über dem anderen. Über den Unterschied zwischen Einheit von oben und Verbundenheit in der Fläche – bis die Predigt sich selbst dabei ertappt, eine Fahne zu hissen.

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14. Mai 2026 · Lukas 24, 44–53

Abschied und eigene Vollmacht

Einer entzieht sich mitten in der Geste des Segnens – und regelt keine Nachfolge. Kein Statthalter, kein »der hat jetzt das Sagen«. Nur eine Handvoll Verzagter und eine offene Lücke, die keiner füllen wird außer sie selbst. Über die unbequeme Ermächtigung durch Abwesenheit.

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10. Mai 2026 · Johannes 14, 15–21

Ein Beistand statt eines Aufsehers

Ein Chef geht und schickt normalerweise einen Aufseher, der die Angst im Raum hält. Jesus schickt das Gegenteil: einen Beistand, der an der Seite steht statt über dir. Über den feinen, entscheidenden Unterschied zwischen Begleitung und Bevormundung.

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3. Mai 2026 · Johannes 14, 1–12

System-Exit? Von der Cloud zur Freiheit

Das Leben fühlt sich an wie eine Software die ständig abstürzt. Wir landen im kollektiven Kernel-Panic. Johannes 14 ist kein Trostpflaster, sondern ein System-Audit — eine radikale Absage an Paternalismus.

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25. April 2026 · Johannes 10, 1–10

Das Ende der Herde: Warum wir keine Schafe mehr sein wollen

Wenn in der Kirche vom »Guten Hirten« die Rede ist, denken die meisten an ein Wellness-Bild der Religion. Aber was sagt dieses Bild über uns aus? In diesem Gleichnis sind wir die Schafe — und systemtheoretisch betrachtet ist das die Geburtsstunde des Paternalismus.

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19. April 2026 · Lukas 24, 13–35

Emmaus: Der Groschen fällt erst beim Teilen

Zwei enttäuschte Jünger laufen von Jerusalem weg. Ein Fremder erklärt ihnen die ganze Geschichte neu — und sie erkennen ihn erst, als das Brot geteilt wird, nicht als er belehrt. Erkenntnis kommt nicht per Befehl, sie dämmert.

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12. April 2026 · Johannes 20, 19–31

Das Recht auf Zweifel: Thomas war der einzige Erwachsene im Raum

Thomas glaubt nicht, was ihm zweite Hand erzählt wird — er will selbst prüfen. Die Kirche macht ihn zum Negativbeispiel. Free-Monday liest ihn als den Einzigen, der sich nicht mit einer Behauptung abspeisen ließ.

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5. April 2026 · Johannes 20, 1–18

Zuerst sieht eine Frau

Noch im Dunkeln geht Maria aus Magdala zum Grab – kein Amt schickt sie, nur die Liebe. Die Jünger inspizieren den leeren Ort und gehen heim; sie bleibt und wird deshalb die Erste, die den Auferstandenen sieht. Aus der, die man nirgends mitzählte, wird die Gesandte an die Zuständigen.

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3. April 2026 · Johannes 18, 1 – 19, 42

Der Prozess und das Schweigen

Ein Verfahren mit allen Formen des Rechts, aber ohne offenen Ausgang: Hohepriester, Pilatus, die Menge. Je lauter die Macht verhandelt, desto stiller wird der Angeklagte – er verweigert der Maschine den Treibstoff der Aussage. Und die Predigt selbst ertappt sich dabei, das Schweigen wieder in Worte zu verwandeln.

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2. April 2026 · Johannes 13, 1–17.31b–35

Der Herr wäscht Füße

Am Abend vor seinem Tod legt der, den sie Herr nennen, das Gewand ab und tut den Sklavendienst: er wäscht die Füße seiner Jünger. Petrus wehrt sich – nicht aus Demut, sondern weil ein Herr, der kniet, die ganze Leiter einreißt. Autorität, die sich nach unten faltet, macht Hierarchie unter Gleichen unmöglich.

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29. März 2026 · Matthaeus 21, 1-11

Einzug ohne Waffen

Waehrend die roemische Macht auf dem Schlachtross donnert, reitet der Koenig auf einem Esel durchs Tor - eine Antimonarchie, die die Insignien der Macht verspottet. Der Einzug ist kein Triumph, sondern eine Parodie, die weiss, dass sie die Woche nicht ueberlebt. Eine Predigt ueber die Frage, welchem Tor wir zujubeln: dem glaenzenden Blech oder dem wehrlosen Esel.

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22. März 2026 · Johannes 11, 1-45

Aus dem Grab gerufen

Lazarus wird ins Leben gerufen und ausdruecklich losgebunden - kein Nachfolgevertrag, kein Dankbarkeitszwang. Doch genau dieses unkontrollierte Leben ruft den Todesbeschluss der Behoerden hervor: Macht, die vom Verwalten lebt, fuerchtet die Befreiung. Eine Predigt, die den Jubel nicht vom folgenden Todesbeschluss trennt.

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15. März 2026 · Johannes 9, 1–41

Ich weiß, was ich sehe: Der Blindgeborene gegen die Experten

Ein Blindgeborener wird sehend — und statt sich zu freuen, verhört ihn die religiöse Behörde, bis sie ihn hinauswirft. Sein Verbrechen: Er bleibt bei seiner eigenen Erfahrung. Eine Fallstudie über Autorität gegen gelebte Wahrheit.

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8. März 2026 · Johannes 4, 5–42

Die Frau am Brunnen: Es gibt keinen heiligen Ort mehr

Jesus spricht mit einer samaritanischen Frau — dreifach ausgeschlossen: falsches Volk, falsches Geschlecht, falscher Ruf. Und er schafft nebenbei den heiligen Ort ab: nicht dieser Berg, nicht Jerusalem. Gatekeeping ohne Gatter.

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1. März 2026 · Johannes 3, 1–17

Nikodemus: Man kann den alten Menschen nicht patchen

Ein Ratsherr kommt bei Nacht mit Fragen, die er bei Tag nicht stellen darf. Jesu Antwort ist radikal: Kein Update genügt, du musst von neuem geboren werden — ein Neustart, kein Patch. Und der Geist weht, wo er will.

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22. Februar 2026 · Matthäus 4, 1–11

Die drei Angebote: Warum jede Versuchung ein Vertrag ist

In der Wüste bekommt Jesus kein Monster vorgesetzt, sondern einen Verkäufer. Der Teufel bietet drei vernünftige Deals: Brot, Sicherheit, Macht. Systemtheoretisch ist die Versuchung keine Sünde — sie ist eine Vertragsverhandlung über deine Souveränität.

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22. Februar 2026 · Matthaeus 17, 1-9

Verklaerung und das Schweigegebot

Auf dem Berg sollen die Juenger nur hoeren, nicht bauen. Petrus will das Licht in Huetten fassen, doch das Unsagbare laesst sich nicht in Institutionen einsperren. Eine Predigt ueber das Schweigegebot als moegliche Freiheit statt Kontrolle - und ueber die Falle des Predigers, der das Unsagbare erklaert, waehrend er es unsagbar nennt.

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18. Februar 2026 · Matthäus 6, 1–6. 16–21

Der Lohn ist schon da: Fromm im Verborgenen

»Sie haben ihren Lohn schon dahin.« Jesus rechnet öffentliche Frömmigkeit auf wie ein Buchhalter: Wer für den Applaus betet, ist bereits ausbezahlt. Eine Predigt über Sichtbarkeits-Ökonomie und einen anderen Wertspeicher.

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15. Februar 2026 · Matthäus 5, 21–37

Versöhnung statt Paragraphen

Jesus verschiebt die Grenze von der strafbaren Tat ins Innere – vom Töten zum Zorn, vom Ehebruch zum Blick. Das klingt nach Verschärfung, ist aber eine Verlagerung der Zuständigkeit: Nicht mehr die Vorschrift entscheidet über deine Schuld, sondern dein Gewissen. Das nimmt dir das Alibi und gibt dir die Würde.

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8. Februar 2026 · Matthäus 5, 13–20

Salz, das nicht schweigt

Salz und Licht sind kein Amt, das man verliehen bekommt – Jesus spricht es der ganzen Menge zu, ohne Zulassung. Die „bessere Gerechtigkeit“ heißt nicht mehr Paragraphen, sondern tiefer hinschauen: nicht das Häkchen hinter der Vorschrift, sondern der Mensch, dem sie dienen sollte.

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1. Februar 2026 · Matthäus 5, 1–12

Selig, die nichts zu melden haben

Die Seligpreisungen sprechen eine ganze Rangordnung leer: nicht die Amtsträger, sondern die Ohnmächtigen heißen zuerst selig. Der Text nimmt den Kleinen nicht die Ohnmacht, aber die Scham darüber – und das ist gefährlicher, als es klingt.

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25. Januar 2026 · Matthäus 4, 12–23

Aufbruch — weg von den Netzen

Der Ruf »Folgt mir« zielt nicht zuerst auf die Sünden, sondern auf die Sicherheiten: die Netze, das Boot, den Vater, das Erbe. Vier Fischer lassen die Abhängigkeit vom Ertrag fallen — und die Predigt bleibt ehrlich, dass diese Freiheit einen Preis hat: der Vater bleibt allein zurück.

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18. Januar 2026 · Johannes 1, 29–42

Kommt und seht selbst

Nachfolge beginnt nicht mit Gehorsam, sondern mit eigenem Sehen: Statt eine Lehre zu verlangen, fragt der Fremde »Was sucht ihr?« und lädt ein »Kommt und seht«. Die beiden bleiben einen ganzen Tag, bevor irgendjemand etwas bekennt — Prüfen vor dem Bekennen.

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11. Januar 2026 · Matthäus 3, 13–17

Taufe als solidarischer Abstieg

Der Herr stellt sich in die Schlange der Sünder statt sich über sie zu erheben — Autorität, die die Stufe verlässt statt sie zu verteidigen. Und die unbequeme Frage, warum wir aus diesem Abstieg schnell wieder einen Schalter mit Prüfern gebaut haben.

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6. Januar 2026 · Matthäus 2, 1–12

Fremde sehen mehr: Warum die Sterndeuter nicht aus der Hauptstadt kamen

Den Stern sehen nicht die Priester in Jerusalem, sondern heidnische Astrologen aus dem Osten. Und Herodes will die Info nur, um selbst »anzubeten«. Eine Geschichte über Außenseiter-Wissen, Wissen als Waffe — und den Ausstieg auf einem anderen Weg.

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28. Dezember 2025 · Matthäus 2, 13–23

Der Tyrann schläft nicht: Bethlehem als Incident

Zwischen Krippe und Weihnachtslied steht ein Massaker. Herodes lässt Kinder töten, um einen Thronfolger zu verhindern, den er nie gesehen hat. Systemtheoretisch ist das kein Wahnsinn — es ist die kälteste Logik der Machterhaltung.

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25. Dezember 2025 · Lukas 2, 1-20

Hirten am Rand hoeren zuerst

Der Kaiser laesst die Welt zaehlen, um zu besitzen und einzuziehen - doch die eigentliche Nachricht ergeht nicht an ihn, sondern an Hirten am Rand, deren Wort nicht einmal vor Gericht zaehlt. Eine Predigt darueber, dass eine neue Ordnung die Liste von unten liest und keinen Tuersteher kennt.

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21. Dezember 2025 · Matthaeus 1, 18-25

Josef traeumt gegen die Schande

Josef haelt die Vollmacht, Maria gesetzestreu zu verstossen - und legt sie nieder, weil er in einem Traum, dem einzigen Raum ohne fremde Blicke, eine andere Stimme hoert. Eine Predigt darueber, wie ein einzelner Mann aus dem Ehr- und Schamgesetz aussteigt und sich freiwillig neben die Verurteilte stellt.

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14. Dezember 2025 · Matthaeus 11, 2-11

Der Taeufer zweifelt im Kerker

Der Taeufer, der Kronzeuge selbst, zweifelt hinter Gittern und fragt: Bist du es? Er wird nicht bestraft, sondern zum Nachpruefen eingeladen - und stirbt trotzdem im Dunkeln. Eine Predigt darueber, dass Glaube fragen darf und dass manche Stille sich nicht auffuellen laesst.

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7. Dezember 2025 · Matthäus 3, 1–12

Otterngezücht: Warum man Wahrheit nicht erben kann

Johannes der Täufer predigt nicht im Tempel, sondern in der Wüste — und beschimpft die religiöse Elite als »Otterngezücht«. Seine Kernaussage: Ihr könnt euch nicht auf Abraham berufen. Ererbte Legitimität zählt null.

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30. November 2025 · Matthäus 24, 36–44

Niemand kennt die Stunde: Gegen die Planungssicherheit

»Von Tag und Stunde weiß niemand.« Kein Countdown, keine Roadmap. Und die Gefahr ist nicht die Katastrophe, sondern das business as usual »wie in den Tagen Noahs«. Eine Predigt gegen die Bequemlichkeit der Berechenbarkeit.

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Alles hier sind meine Interpretationen und Gedanken — ohne Anspruch auf Richtigkeit oder Wahrheit. Es ist eine Interpretation, wie bei einem Song, der längst gemeinfrei ist. (Bibeltext: Elberfelder 1905, gemeinfrei.)